Elztalbahn

#20807

Der Planfeststellungsabschnitt „Elztalbahn“ verläuft von Denzlingen über die Gebiete der Gemeinden Sexau, Waldkirch, Gutach und Winden bis nach Elzach.

Vorgesehener Betrieb
Es ist geplant, dass die Züge auf der Elztalbahn an allen Tagen tagsüber im Halbstundenstakt zwischen Freiburg Hbf und Bleibach sowie im Stundentakt zwischen Bleibach und Elzach fahren. In den Hauptverkehrszeiten an Werktagen soll das Angebot zwischen Bleibach und Elzach zum Halbstundentakt verdichtet werden. Somit kommt es vor allem im oberen Elztal sowie an Wochenenden zu einer Verdichtung des derzeitigen Fahrplans.

Mit dem Ausbau der Elztalbahn wird es zudem künftig möglich sein, elektrische Triebzüge einzusetzen. Zuständig für den Betrieb ist dabei das Land Baden-Württemberg als sogenannter Aufgabenträger. Das Land wird die Verkehre im gesamten Netz der Breisgau-S-Bahn 2020 neu ausschreiben. Nach Abschluss der Verfahren wird feststehen, welches Verkehrsunternehmen den Betrieb auf den einzelnen Strecken durchführen wird und zum Beispiel auch, welche Fahrzeuge jeweils zum Einsatz kommen werden.


Maßnahmen
Um den künftig vorgesehenen Betrieb realisieren zu können, sind verschiedene bauliche Maßnahmen entlang der Elztalbahn vorgesehen:
  • Die Elektrifizierung der Strecke ermöglicht künftig den Einsatz von spurtstarken, elektrischen Triebzügen. Vorbehaltlich der Ergebnisse der Ausschreibungsverfahren ist davon auszugehen, dass die einzelnen Teile diese Züge länger sein werden als die derzeit eingesetzten Dieseltriebzüge und somit mehr Platz bieten werden. Derzeit müssen bis zu 6 Regio-Shuttle RS1 zusammengekuppelt werden, um dem hohen Fahrgastaufkommen gerecht zu werden. Der elektrische Zugbetrieb ist außerdem Voraussetzung für einen einheitlichen und damit flexiblen Fahrzeugeinsatz im Netz der Breisgau-S-Bahn 2020.
  • Auf Grund der Elektrifizierung ist der Umbau von Bahnübergängen entlang der Strecke geplant, da einige der bestehenden Anlagen nicht für den Betrieb an einer elektrifizierten Strecke geeignet sind.
  • Die für die Oberleitung erforderliche Durchfahrtshöhe unter Brücken führt einen Umbau von Straßenüberführungen, die über die Bahnstrecke führen.
  • Um den Halbstundentakt bis nach Elzach verlängern zu können ist der Bau eines Kreuzungsbahnhofs in Gutach geplant, damit sich die Züge in den beiden Fahrtrichtungen hier begegnen können. Hierfür wird im Bereich des bestehenden Haltepunktes ein zweites Gleis mit einem weiteren Bahnsteig errichtet. In diesem Zusammenhang wird auch die Eisenbahnüberführung über den Rittweg neu errichtet.
  • Die Bahnsteige an der Elztalbahn wurden mit Ausnahme des Hausbahnsteigs im Bahnhof Waldkirch vor einigen Jahren bereits barrierefrei mit der künftig einheitlichen Höhe von 55 cm ausgebaut. Dies wird nun auch für den Hausbahnsteig in Waldkirch nachgeholt.

Die geplanten Maßnahmen mit Stand Februar 2015 sind nachfolgend im Einzelnen zusammengestellt und beschrieben:


Elektrifizierung

Bahnübergänge

Straßenüberführungen

Kreuzungsbahnhof Gutach

Bahnhof Waldkirch


Elektrifizierung∧ top
Um künftig auf der Elztalbahn elektrische Züge einsetzen zu können, wird die gesamte Strecke zwischen Denzlingen und Elzach mit einer elektrischen Oberleitung ausgerüstet. Die Abstände, in denen die Masten zueinander aufgestellt werden müssen, hängen von der Linienführung des Streckenabschnittes ab. In Kurven müssen die Masten in engerem Abstand als auf gerader Strecke aufgestellt werden, um eine exakte Positionierung der Oberleitung über dem Gleis zu gewährleisten. In der Regel werden die Masten so nah am Gleis aufgestellt, dass es nicht oder nur zu geringen Eingriffen in benachbarte Grundstücke kommt. Wo Eingriffe erforderlich sind, soll mit den betroffenen Anliegern frühzeitig eine entsprechende Abstimmung erfolgen. Die folgende Abbildung zeigt ein Regelprofil mit Fahrleitungsmast und den entsprechenden Abmessungen.




Bahnübergänge∧ top
Im Bereich der Elztalbahn liegen sieben Bahnübergänge, an denen im Zuge der Elektrifizierung eine Erneuerung der Steuerungs- und Sicherungsanlagen und - in unterschiedlichem Umfang - auch ein Umbau der kreuzenden Straßen erforderlich werden. Die an den Bahnübergängen vorhandene Sicherungstechnik ist für den Betrieb an einer elektrifizierten Strecke nicht geeignet und wird technisch angepasst. In diesem Zusammenhang werden dann auch alle anderen Anlagenteile der Bahnübergänge überprüft um festzustellen, ob sie den aktuellen technischen Vorschriften und Standards entsprechen. Dabei kommt es teilweise zu umfangreicheren Umbaumaßnahmen an den kreuzenden Straßen oder Wegen. In einzelnen Fällen werden auch zusätzliche Lichtzeichen oder Schranken aufgestellt, um die Sicherheit an den Bahnübergängen weiter zu erhöhen.

An zwei weiteren Bahnübergängen an der Elztalbahn sind lediglich kleinere Anpassungen erforderlich, da diese bereits für die Elektrifizierung geeignet sind.

Der Bahnübergang im Zuge der St.-Margarethen-Straße in Waldkirch-Batzenhäusle soll außerhalb des Projekts Breisgau-S-Bahn 2020 und bereits möglichst bald umgebaut werden, um die bestehende Geschwindigkeitsbeschränkung für die S-Bahn-Züge beseitigen zu können.

Bahnübergänge ohne Umbau



Die nördlich von Denzlingen beidseits der Elz liegenden Bahnübergänge von Wirtschaftswegen (Bahn-km 1,5 und Bahn-km 2,0) entsprechen bereits dem Stand der Technik und sind für die Elektrifizierung geeignet. Die bestehenden Anlagen müssen lediglich geerdet werden.

Bahnübergänge mit Umbaumaßnahmen


Kreisstraße K5103 (Bahn-km 3,2)
Die vorhandene Sicherungsanlage mit Lichtzeichen und Halbschranken wird aufgrund der Elektrifizierung angepasst. Hierbei werden die vorhandenen Schranken und Lichtzeichen versetzt bzw. ergänzt. Außerdem werden sogenannte Aufmerksamkeitsfelder in den östlich der Fahrbahn verlaufenden Gehweg jeweils vor den Schranken eingebaut, die von Sehbehinderten mit einem Langstock ertastet werden können.

Eisenbahnstraße (Bahn-km 3,6)
Die vorhandene Sicherungsanlage mit Blinklichtern ist nicht mit der Elektrifizierung verträglich. Bei der somit erforderlichen Erneuerung der Anlage werden neue Halbschranken und Lichtzeichen installiert sowie die Fahrbahn verbreitert. In diesem Zusammenhang wird auch der Bahnsteig der Station Buchholz leicht Richtung Westen verschoben.

Fohrenbühlstraße (Bahn-km 4,1)
Die vorhandene Sicherungsanlage mit Blinklichtern ist für den Betrieb an einer elektrifizierten Strecke nicht geeignet. In Abstimmung mit der Stadt Waldkirch wird der Übergang so umgebaut, dass er künftig nur noch von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden kann. Bei der erforderlichen Erneuerung der Anlage werden neue Schranken und Lichtzeichen installiert sowie die Fahrbahn erneuert. Außerdem werden jeweils vor den Schranken Aufmerksamkeitsfelder eingebaut.

Rappeneckstraße (Bahn-km 4,7)
Die vorhandene Sicherungsanlage mit Blinklichtern und Halbschranken wird mit Blick auf die Elektrifizierung erneuert. Dabei werden neue Halbschranken und Lichtzeichen installiert sowie die Fahrbahn am westlichen Rand geringfügig verbreitert. Außerdem werden Aufmerksamkeitsfelder in den östlich der Fahrbahn verlaufenden Gehweg jeweils vor den Schranken eingebaut.

Fischermatte (Bahn-km 5,7)
Die vorhandene Sicherungsanlage mit Blinklichtern und Halbschranken ist nicht mit der Elektrifizierung verträglich. Bei der erforderlichen Erneuerung der Anlage werden neue Halbschranken und Lichtzeichen installiert sowie die Fahrbahn in der nördlichen Einmündung verbreitert. Außerdem werden Aufmerksamkeitsfelder in die beidseitig der Fahrbahn verlaufenden Gehwege jeweils vor den Schranken eingebaut.

Emmendinger Str. (Bahn-km 6,2)
Die vorhandene Sicherungsanlage mit Blinklichtern und Halbschranken ist für den Betrieb an einer elektrifizierten Strecke nicht geeignet und wird erneuert. Dabei werden neue Halbschranken und Lichtzeichen installiert. Die Fahrbahn muss ggf. geringfügig verbreitert werden. Außerdem werden Aufmerksamkeitsfelder in die beidseitig der Fahrbahn verlaufenden Gehwege jeweils vor den Schranken eingebaut.

Heitereweg (Bahn-km 6,9)

Die vorhandene Sicherungsanlage mit Lichtzeichen und Halbschranken wird aufgrund der Elektrifizierung angepasst. Hierbei werden die vorhandenen Schranken und Lichtzeichen versetzt bzw. ergänzt. Aufgrund der erforderlichen Verbreiterung der Fahrbahn wird der östlich gelegene Gehweg um einige Meter versetzt und dient künftig zudem auch als einziger  Zugang zum Gleis 2 des Bahnhofs Waldkirch, weil der heute noch vorhandene Überweg am nordöstlichen Bahnsteigende im Zuge des Ausbaus der Strecke nicht erhalten bleiben kann. Außerdem werden Aufmerksamkeitsfelder in die beidseitig der Fahrbahn verlaufende Gehwege jeweils vor den Schranken eingebaut.


Straßenüberführungen∧ top
Für die Errichtung einer Oberleitung ist in der Regel eine Durchfahrtshöhe von 5,70m zwischen der Schienenoberkante und der Unterkante einer kreuzenden Brücke erforderlich. Im Bereich der Elztalbahn liegen insgesamt vier Straßenbrücken, die eine zu geringe Durchfahrtshöhe aufweisen und daher angepasst werden.

Überführung Gehweg, Gutach (Bahn-km 10,6)


Für die Elektrifizierung hätte die vorhandene Fußgängerbrücke in einer höheren Lage neu gebaut werden müssen. Dabei wäre es nicht möglich gewesen, die Zugänge zur neuen Brücke gemäß den Anforderungen an die Barrierefreiheit herzustellen. Zudem wäre der Neubau mit hohen Kosten verbunden. Daher hat der Gemeinderat Gutach beschlossen, die Brücke zurück zu bauen. Als Ersatz steht die etwa 200 m entfernte Unterführung unter der Elztalbahn im Zuge des Rittwegs zur Verfügung. Dieses Bauwerk wird für den Bau des Kreuzungsbahnhofs neu errichtet und erhält dabei auch einen Gehweg.

Straßenüberführung Silberwaldstraße, Gutach (Bahn-km 12,4)


Die vorhandene Brücke wird durch einen Neubau an gleicher Stelle mit einer entsprechend größeren Durchfahrtshöhe ersetzt. Dabei sind geringfügige Anpassungen der beidseitig anschließenden Straßenabschnitte an die neue Fahrbahnhöhe auf dem Brückenbauwerk erforderlich.

Straßenüberführung Am Rüttlersberg, Winden (Bahn-km 15,1)

Die vorhandene Brücke wird durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt. Die heutige Verbindungsfunktion der Straße entfällt künftig, da nach Bau der Ortsumfahrung Winden eine geänderte Verkehrsführung gilt. Daher wird die neue Brücke lediglich für landwirtschaftlichen Verkehr ausgelegt. Es sind geringfügige Anpassungen der beidseitig anschließenden Straßenabschnitte an die neue Fahrbahnhöhe auf dem Brückenbauwerk erforderlich.
 

Kreuzungsbahnhof Gutach ∧ top

Der Haltepunkt Gutach wird zu einem Kreuzungsbahnhof ausgebaut, um den Halbstundentakt über Waldkirch hinaus bis nach Elzach verlängern zu können. Dazu werden ein zweites, etwa 500 m langes Gleis sowie ein zweiter Außenbahnsteig mit einer Bahnsteiglänge von 140 m und einer Höhe von 55 cm über Schienenoberkante neu gebaut. Der neue Bahnsteig wird über eine Rampe, zusätzlich ggf. auch über eine Treppe an das öffentliche Wegenetz angeschlossen werden. Die im Zuge des Rittweges vorhandene Eisenbahnüberführung (Bahn-km 10,4) muss für den Bau des zweiten Gleises neu errichtet werden. Hierbei erfolgt eine Anpassung der Fahrbahn, um die bestehende Durchfahrtshöhe auch künftig zu gewährleisten. In diesem Zusammenhang soll auch ein begleitender Gehweg angelegt werden, der einen sicheren Zugang zum neuen Bahnsteig ermöglicht. Außerdem werden der südlich anschließende Teil des Rittweges, ein Teil der Juliusstraße und im weiteren Verlauf der bahnparallele Wirtschaftsweg leicht verschoben, um Platz für das zweite Gleis und den neuen Bahnsteig zu schaffen.

Der bestehende Bahnsteig inkl. Zugang bleibt unverändert bestehen.

 

Bahnhof Waldkirch∧ top

Der bestehende Hausbahnsteig wird durch den Neubau eines 140 m langen und auf einer Höhe von 55 cm über Schienenoberkante barrierefreien Bahnsteigs ersetzt. Der neue Bahnsteig wird aus betrieblichen Gründen um ca. 50 m Richtung Elzach verschoben. Hierbei muss der vorhandene Reisendenüberweg zum Gleis 2 entfallen. Als Ersatz steht der umgebaute Gehwegübergang am Bahnübergang Heitereweg zur Verfügung.

Die barrierefreie Erschließung des neuen Hausbahnsteigs erfolgt über eine östlich des Bahnhofsgebäudes gelegene Rampe sowie eine geneigte Fläche westlich des Bahnhofsgebäudes.
Der Bahnhof Waldkirch wird auch künftig als Kreuzungsbahnhof dienen, wenn auch die Zugkreuzungen zum großen Teil in Gutach stattfinden werden.


zuletzt geändert am: Montag, 30. Mai 2016 10:36
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