Kaiserstuhlbahn Nord

#20573
Der Planfeststellungsabschnitt „Kaiserstuhlbahn Nord“ verläuft vom Bahnhof Riegel-Malterdingen über Riegel bis zur Gemarkungsgrenze zwischen Endingen-Königschaffhausen und Sasbach und umfasst die Gemeinden Malterdingen, Riegel und Endingen.
 


Vorgesehener Betrieb
Aus Fahrgastsicht sicherlich der wichtigste Aspekt des Ausbaus der Kaiserstuhlbahn Nord ist die künftig umsteigefreie Verbindung von Endingen über Riegel und Gottenheim nach Freiburg bzw. darüber hinaus in Richtung Höllental. Dieses soll durch das Kuppeln bzw. Flügeln der Züge der Kaiserstuhlbahn Ost mit denen der Breisacher Bahn in Gottenheim sowie der Verknüpfung der Breisacher Bahn mit der Höllentalbahn in Freiburg ermöglicht werden. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass der heutige Halbstundentakt zwischen Gottenheim und Bahlingen bis Riegel Ort, in der Hauptverkehrszeit sogar bis Endingen, ausgeweitet werden soll.
Zwischen Breisach und Riegel-Malterdingen soll zunächst ein Stundentakt eingeführt werden. Damit wird die Zugzahl gegenüber heute praktisch verdoppelt.
 
Beispiel:
Möchten Sie heute mit dem Zug von Endingen nach Hinterzarten fahren, nehmen Sie zunächst die Kaiserstuhlbahn bis Gottenheim, steigen dort in die Breisacher Bahn nach Freiburg Hauptbahnhof um, um dort erneut umzusteigen in die Regionalbahn der DB nach Hinterzarten. Während in Gottenheim der Anschluss abgestimmt ist, müssen heute in Freiburg längere Wartezeiten in Kauf genommen werden.
Künftig können Sie „in einem Zug“ von Endingen nach Hinterzarten fahren, Sie erreichen bequem und umsteigefrei Ihr Ziel im Schwarzwald.
 

Maßnahmen
Um den vorgesehenen Betrieb realisieren zu können, sind einige bauliche Maßnahmen an der Strecke erforderlich.

  • Die Elektrifizierung der Strecke ist zum einen notwendig, um die Züge der Kaiserstuhlbahn mit den künftig ebenfalls elektrisch verkehrenden Zügen der Breisacher Bahn sowie den bereits heute elektrisch verkehrenden Zügen der Höllentalbahn zu verknüpfen. Die Elektrifizierung ist also zwingende Voraussetzung für die Schaffung der umsteigefreien Verbindungen zwischen Kaiserstuhlbahn und Freiburg und darüber hinaus in Richtung Höllental.
  • Um den notwendigen Platz für den Einbau der Oberleitung zu schaffen, müssen an verschiedenen Stellen die Gleise abgesenkt werden. Dies ist jeweils unter den Brücken der BAB 5 (Riegel) sowie der L 116 (Riegel) der Fall.
  • Entlang der Kaiserstuhlbahn beträgt die Bahnsteiglänge der vorhandenen Bahnsteige in der Regel 105 m. An der Kaiserstuhlbahn Nord sollen die Bahnsteige in Riegel-Malterdingen, Riegel Ort und Endingen daher um 5 m verlängert werden.
  • Errichtung eines Schaltpostens für die Oberleitung im Bahnhof Riegel-Malterdingen
  • Bahnübergänge Riegel Gemeindewald, Riegel Stockfeld, Riegel Sportplatz, Riegel West
  • Ertüchtigung Brücke Leopoldskanal
  • Bahnhof Riegel Ort: Technische Sicherung des Bahnsteigzugangs Ost,
    geringfügige Anpassung der Weiche in der Einfahrt aus Richtung Gottenheim
  • Bahnhof Endingen:, Technische Sicherung der Bahnsteigzugänge Ost und West, geringfügige Verschiebung der Zufahrt (Überfahrt über die Gleise) zum Betriebshof

Die geplanten Maßnahmen gemäß Planungsstand Juni 2014 sind hier im Einzelnen zusammengestellt und beschrieben.
 

 
 
 
Elektrifizierung

Gleisabsenkung

Bahnsteigverlängerungen

Schaltposten Riegel-Malterdingen
 
Bahnübergänge
 
 
 
Elektrifzierung∧ top
Die elektrische Oberleitung wird an neben dem Bahngleis stehenden Masten befestigt. Die Abstände, in denen die Maste zueinander aufgestellt werden, hängen von der Linienführung des Streckenabschnittes ab. In Kurven müssen die Maste in engerem Abstand als auf gerader Strecke aufgestellt werden. Somit wird eine exakte Positionierung der Oberleitung über dem Gleis gewährleistet. In der Regel werden die Maste so nah am Gleis aufgestellt, dass es nicht oder nur zu geringen Eingriffen in benachbarte Grundstücke kommt. Wo Eingriffe erforderlich sind, erfolgt mit den betroffenen Anliegern frühzeitig eine Abstimmung. Die folgende Abbildung zeigt ein Regelprofil mit Fahrleitungsmast und den entsprechenden Abmessungen.
 
 
 
Die genauen Standorte der Maste sind derzeit noch nicht festgelegt. Sie werden in den folgenden Planungsschritten bis zum Beginn des Planfeststellungsverfahrens ermittelt.
 
So sieht die neue Oberleitung an der bereits 2013 ausgebauten Münstertalbahn aus. Diese ebenfalls von der SWEG betriebenen Strecke dient hier als Vorbild für die Kaiserstuhlbahn.
 
 
Informationen zur elektromagnetischen Verträglichkeit von elektrifizierten Bahnstrecken finden Sie hier.
 
 
 
Gleisabsenkung ∧ top

Für die Errichtung einer Oberleitung ist im Regelfall eine Durchfahrtshöhe von 5,75 m erforderlich zwischen der Schienenoberkante und dem Fahrdraht, die in Ausnahmenfällen leicht reduziert werden darf. An der Brücke der A5 über die Kaiserstuhlbahn wird das Gleis wegen des hochstehenden Grundwassers nur um gut 20 cm abgesenkt. Zusammen mit Verlegung der Schiene in einer Betonplatte ("feste Fahrbahn") und einer Sonderform der Oberleitung ("Doppelfahrdraht" statt Fahrdraht mit Tragseil) ergibt sich damit eine noch ausreichende Fahrdrahthöhe von 5,12 m.

 
 
 
Bahnsteigverlängerungen ∧ top
Entlang der Kaiserstuhlbahn gilt künftig eine einheitliche Bahnsteiglänge von 105 m, um hier entsprechend lange Züge einsetzen zu können. An der Kaiserstuhlbahn Nord sollen hierfür die Bahnsteige in Riegel-Malterdingen, Riegel Ort (Mittelbahnsteig Gleis 2+3) und Endingen (Gleis 1 + Gleis 2) um 5 m verlängert werden.
 
 
 
Schaltposten Riegel-Malterdingen∧ top
Für die Energieversorgung der neuen Oberleitung der Kaiserstuhlbahn muss in Riegel-Malterdingen ein elektrischer Schaltposten gebaut werden, der auch die Verbindung zur DB-Oberleitung herstellt. Dieser Schaltposten wird parallel zum Gleis 14, dem westlichen Nebengleis der DB, liegen. Damit ist kein Eingriff in den Wald erforderlich. Während der Bauzeit soll die Zufahrt zum Schaltposten über die Buswendeplatte und das Verbindungsgleis 11a zwischen SWEG- und DB-Bahnhofsteil erfolgen. Zur späteren Instandhaltung wird der Schaltposten über den BÜ Riegel Gemeindewald und die Nordseite des Damms der L 113 erreichbar sein.

 

Bahnübergänge∧ top

Im Planfeststellungsabschnitt Kaiserstuhlbahn Nord liegen vier Bahnübergänge, die im Zuge des Projektes umgebaut oder aufgehoben werden müssen.

 

  • Riegel Gemeindewald


Auf den Bahnübergang kann nicht verzichtet werden, weil er für den Verkehr zur Waldbewirtschaftung und, wie auch beim Bahnhof Riegel-Malterdingen beschrieben, als Zufahrt zum neu zu errichtenden Schaltposten der Oberleitung gebraucht wird; eine geeignete alternative Verbindung besteht nicht.
Um zwischen Riegel-Malterdingen und Riegel Ort künftig mit 60 km/h statt heute 40 km/h fahren zu können, muss der Bahnübergang technisch gesichert werden. Dadurch wird die Verkehrssicherheit gegenüber dem Status quo erhöht. Für die technische Sicherung sind Lichtzeichen vorgesehen. Der kreuzende Wirtschaftsweg wird südlich und nördlich des Bahnübergangs verbreitert und erhält südlich einen mit Schotterrasen befestigten Ausweichstreifen für den entgegenkommenden Verkehr.

 

  • Riegel Stockfeld

Der bestehende Privatwegübergang Riegel Stockfeld dient vor allem als Zufahrt für landwirtschaftliche Fahrzeuge zu den nördlich der Bahn und östlich des Sportplatzes gelegenen Wiesen. Die Auffahrt auf die K 5114 Teninger Str. aus Richtung des Sportplatzes und der Wiesen (gegenüber der überdachten Brücke über die Alte Elz) soll durch Abflachung und bessere Übersicht an der spitzwinkligen Einmündung auf die K 5114 auch für schwere landwirtschaftliche Fahrzeuge ertüchtigt werden. Dadurch wird der Privatwegübergang entbehrlich und kann aufgehoben werden, um eine ansonsten erforderliche aufwendige technische Sicherung zu vermeiden.

 

  • Riegel Sportplatz

Der BÜ Riegel Sportplatz führt die K 5114 Teninger Str. an der Leopoldskanalbrücke über die Kaiserstuhlbahn. Dieser BÜ ist mit Lichtzeichen und Halbschranken technisch gesichert. Auf dessen östlicher Seite befindet sich ein mit Umlaufsperre gesicherter Fußwegübergang als Verbindung vom Parkplatz südlich der Bahn zum Sportplatz nördlich der Bahn. Wegen eines Oberleitungsmastes, der nur direkt an den BÜ Sportplatz gesetzt werden kann, muss der Fußwegübergang um etwa 2 m nach Osten verschoben und der Fußweg entsprechend angepasst werden.

 

  • Riegel West

An der Brücke der L 116 direkt über dem Bahnübergang Riegel West (Forchheimer Str.) wird das Gleis um 10 bis 20 cm abgesenkt. Bei einer so geringen Absenkung reicht eine geringfügige Anpassung der Straße am Bahnübergang aus. Eine ausreichende Entwässerung wird sicher gestellt. Für die Kfz wird eine Höhenbeschränkung erforderlich, die entweder mit Profiltoren an den Zufahrtstraßen mit einer Höhe von 4,00 Metern oder alternativ durch Verkehrsschilder mit einer Beschränkung der Durchfahrtshöhe für Kfz auf 3,80 m angezeigt wird.

 

Ertüchtigung Brücke Leopoldskanal∧ top

 

Die Brücke über den Leopoldskanal wird verstärkt, damit die künftigen Elektrotrieb-wagen mit 40 km/h über die Brücke verkehren können. Das Erscheinungsbild der Brücke verändert sich dadurch nicht.

 

Bahnhof Riegel Ort∧ top

 

 

Der Reisendenüberweg am östlichen Bahnsteigende wird mit Lichtzeichen technisch gesichert.

 

Bahnhof Endingen∧ top

 

Die heute zwischen den Gleisen 1 und 2 angeordnete Tankstelle wird abgebaut.

Der Bahnsteigzugang (Reisendenübergang) am östlichen Bahnsteigende wird mit Lichtzeichen technisch gesichert, der Reisendenübergang etwa in Bahnsteigmitte wird an das westliche Bahnsteigende verlegt und ebenfalls mit Lichtzeichen gesichert.

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zuletzt geändert am: Montag, 23. November 2015 08:36
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